Gesunde Öle?


 

Die wichtigsten Kriterien
für eine gute Wahl
biologischer Anbau
nativ,
mindestens kaltgepresst


Nr. 1:  Bio-Olivenöl, nativ extra vergine
Nr. 2:  Bio-Leinöl (Hinweise siehe unten)
Nr. 3 Ein weiteres im Wechsel nach Vorliebe
Nr. 4:  Bio-Bratöl,
Butterschmalz, Kokosöl
          (
hitzebeständig)


Bio oder konventionell?

Ob kaltgepresstes Lein- oder Rapsöl, natives Kokosfett oder Meeresfisch - bei allen Ölen und Fetten lohnt es sich, in Qualität zu investieren. Bioprodukte zeichnen sich aus durch gesündere Inhaltsstoffe, natürliche Geschmacksvarianten, Verzicht auf Pestizide, nachhaltige Produktion. Mit billiger Massenware sollten wir uns nicht zufriedengeben.

 

Das beste Öl ist für Sie gerade gut genug!

Wählen Sie nur Speiseöle von bester Qualität. Kaufen Sie besser jeweils nur zwei, drei Sorten, damit keines überlagert und ranzig wird. Sobald eines verbraucht ist, kann es nach persönlicher Vorliebe durch ein anderes ersetzt werden. Stets geeignet sind Oliven- und Leinöl sowie ein weiteres nach Geschmack, z.B. Hanf- oder Walnussöl oder etwas Exklusives wie das Sanddornöl (nativ in Bioqualität z.B. von Vitaquell). 

Geben Sie Ölen mit reichlich Omega-3-Fettsäuren (Linolensäure) den Vorzug. Die Begründung: Wir nehmen über den Verzehr anderer Lebensmittel i.d.R. zu viele der Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) auf. Das hat zur Folge, dass die wesentlichen Omega-3-Fettsäuren DHA1) und EPA2) sich nicht oder nur vermindert gesundheitsfördernd auswirken können. Weitere Öle mit besonderen Geschmacksnoten <sind jedoch eine willkommene Bereicherung für unseren Gaumen, z.B. Kürbiskern-, Mandel-, Walnuss- oder Raps(kern)öl.

 

Nicht alle Öle sind im kalten und heißen Zustand gleichermaßen gesund

Kaltgepresste und vor allem native Speiseöle in Bio-Qualität sind gesundheitlich wertvolle, aber empfindliche Lebensmittel. Sie sollten auch in der Küche schonend verarbeitet, kühl und dunkel aufbewahrt und alsbald verbraucht werden. Sie sind für die kalte und mäßig warme Küche geeignet, keinesfalls für stärkeres Erhitzen oder gar Braten. Ohnehin ist Dünsten die bekömmlichere Methode. Aber auch zum Dünsten sollten Öle mit einen höheren Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren wie der Ölsäure verwendet werden, z.B. Olivenöl oder Raps(kern)öl. Gleich zu Beginn sollte etwas Flüssigkeit beigefügt werden, um die Temperatur nicht über 100°C ansteigen zu lassen.  

Bevorzugen Sie Bio-Öle mit der Kennzeichnung „nativ“ oder zumindest kaltgepresst. Wussten Sie, dass die Bezeichnungen „kaltgepresst“ und „nativ“ nicht das Gleiche bedeuten? So kann z.B. ein Öl aus gerösteter Saat kaltgepresst sein, es darf aber nicht mehr als nativ bezeichnet werden. Als besondere Geschmacksvariante zur Abwechslung kann es dennoch eine Bereicherung für Ihre Speisen bedeuten. 
„Kaltgepresst“ sagt auch nichts darüber aus, ob das Öl nicht nach der Kaltpressung erhitzt worden ist.
Siehe Wikipedia unter 'Qualitätsmerkmale' und Info-Broschüre 'Kleine Ölkunde', vitaquell PDF-Download (S. 6), die im Übrigen außer Produkt-Informationen auch vegetarische Rezepte enthält.
Die allgemeine Empfehlung zu Verzehrsmenge von Lebensmitteln gilt auch
für Öle: moderat, maßvoll.

 

„Butter und native, kaltgepresste Öle, z.B. auch Olivenöl sind ... zum Braten nicht geeignet.“*

Andere Quellen geben für Olivenöl eine maximale Temperatur von 170°C und für Rapsöl ca. 140°C an. Fürs stärkere Erhitzen eignen sich Butterschmalz (Butterreinfett) oder Ghee und spezielle Bratöle, die auch in Bio-Qualität erhältlich sind (s.u.), sowie Kokosöl/-fett. Die drei zuletzt genannten Fette sind bis max. ca. 200°C hitzestabil.

KEIN Fett oder Öl sollte zu hoch erhitzt werden!
Ansonsten steigt das Risiko, dass gesunheitsschädliche
und
zum Teil krebserregende Zersetzungsprodukte entstehen. 

Je stärker ein Fett erhitzt wird, desto größer die Gefahr der Bildung von

schädlichen Trans-Fettsäuren und anderen toxischen Abbauprodukten! 

Öle, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind,
eignen sich als Zutat ausschließlich in unerhitzter Form,
insbesondere Leinöl, Chiaöl, Hanföl.

 


Gesunde Fette machen schlank und schlau, erklärt Dr. Anne Fleck.*
Jedoch bedeutet pflanzlich auch bei Ölen nicht immer zugleich„ gesund!

 

 Raffinierte Öle, Margarine, Trans-Fettsäuren 

 

Beim Raffinationsprozess der Speiseöle werden i.d.R. Lösungsmittel wie Hexan und hohe Temperaturen eingesetzt, um die Ölausbeute zu erhöhen und ein neutral schmeckendes Speiseöl anbieten zu können. 

Nicht nur Geschmacksstoffe, sondern auch Proteine, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe werden mit diesem Verfahren entfernt. Solche Öle bilden zumeist auch die Grundlage für die Herstellung handelsüblicher Margarinen, die außerdem meistens chemisch gehärtet und umgeestert sind. Vor allem die unvollständige Härtung lässt  Trans-Fettsäuren entstehen. Diese gelten als Mitverursacher von koronaren Herzkrankheiten, wobei weiterhin Forschungsbedarf besteht. Mittlerweile wurde durch neue Produktionsverfahren der Gehalt an Trans-Fettsäuren in Margarinen stark reduziert. Geblieben ist hier jedoch die oben beschriebene, kritisch zu beurteilende Raffinationsmethode der Ölsaaten bei der Herstellung von handelsüblichen Marken. Ungehärtete, nicht umgeesterte Margarinen aus schonend gewonnenem Pflanzenöl als Grundstoff sind als Streichfette z.B. für Veganer die weitaus bessere Wahl. Sie sind in Naturkostläden, Reformhäusern und mittlerweile auch in vielen Supermärkten erhältlich. Doch Vorsicht: Auch hier ist nicht alles Gold, was golden glänzt!  So besteht bspw. der Hauptanteil einer bekannten Bio-Markenmargarine aus Palmfett und Kokosfett und dem linolsäurereichen Sonnenblumenöl. Gerade Palm- und Kokosfett stehen nicht nur wegen der vorwiegend gesättigten Fettsäuren in der Kritik (s. unten). Bio-Margarinen ohne einen Zusatz von Kokos- oder Palmfett wären jedoch ölig-flüssig, also nicht streichfähig.  

 

Eine leicht verständliche Erläuterung der unterschiedlichen Herstellungsverfahren von Ölen finden Sie z. B. bei Wikipedia Über die gravierenden Unterschiede zwischen Raffination und Reformqualität gibt auch die unten abgebildete Grafik Auskunft, die einer Broschüre von Vitaquell entnommen wurde: Kleine Ölkunde, PDF (Seite 5).

 

Zu Trans-Fettsäuren teilt Foodwatch in »Schädliche Transfette in Donuts, Berliner & Co« mit: 

Der WHO zufolge erhöht kein anderer Nährstoff je Kalorie das
Risiko für Herzkrankheiten so sehr wie Transfette
“.

Gesundheitsschädigende Transfettsäuren waren auch Thema in einer 
Visite-Sendung
(v. 28.8.2018:
Schädliche Transfette im Essen vermeiden/ NDR-Mediathek und YouTube).  

Einen relativ hohen Schmelzpunkt weisen spezielle Bratöle auf, bekannt auch als High-Oleic-Öle; hier handelt es sich um Öle von speziell gezüchteten Sonnenblumen- und Distelsorten. Diese werden nach der Pressung zwar i.d.R. mit Wasserdampf behandelt, „enthalten im Gegensatz zu extrahierten und raffinierten Ölen aus konventioneller Herstellung aber noch natürliche Farb- und Aromastoffe“ (Welches Fett wofür", UGB).

„Bei hohen Temperaturen (über 210°C) werden sekundäre Pflanzenstoffe zerstört und es bilden sich toxische Abbauprodukte. Daher sollten höhere Temperaturen, wie sie z.B. beim scharfen Anbraten von Fleisch oder Bratlingen entstehen können, vermieden werden.“**

Auch ein Oliven-Bratöl wird im Handel angeboten. Hierfür wird das Olivenöl lt. Herstellerangabe jedoch per Raffination gewonnen, was als Wertminderung bewertet werden kann, zieht man gesundheitliche Aspekte in Betracht

Butterschmalz (Butterreinfett) und Kokosöl eignen sich ebenfalls fürs stärkere Erhitzen.

Während Kokosöl über 90% gesättigte Fettsäuren enthält, sind es bei Butterschmalz ca. 65%. Auch beim Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren punktet Butterschmalz mit ca. 30%, Kokosöl hingegen mit nur ca. 7%. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Kokosöl ca. 1,5%, Butterschmalz ca. 3%. 

Vorsicht! Wie bei anderen Ölen gibt es auch bei Kokosöl oder -fett den gravierenden Unterschied zwischen konventionell und schonend hergestellten Produkten. Zu konventionell hergestelltem Kokosfett informiert Foodwatch: Das so gewonnene Fett ist zunächst ungenießbar. Es muss noch raffiniert, desodoriert und gebleicht werden, dazu sind Natronlauge und heißer Wasserdampf erforderlich. Manchmal erfolgt noch eine Fetthärtung oder Teilhärtung bei der die sogenannten Transfette entstehen, die Herz und Blutgefäße schädigen können. Das so erhältliche Fett wird als Plattenfett angeboten.“ („Kokosfett soll sehr gesund sein ...“, foodwatch.org)

Mit dem Thema „Bratöle - Vorsicht: heiß und fettig!“  befasst sich Nadine Lämmerhirt im UGB-Forum. 

Zu Bio-Kokosöl: Einige Hersteller, wie Vitaquell u.a., bieten die native Variante mit dem intensiveren Kokosaroma an, aber auch eine „milde“, relativ geschmacksneutrale, die bei der Herstellung der Dämpfung unterzogen wird.

Allgemein wird empfohlen, Kokosöl eher selten zu verwenden und Öle zu bevorzugen, die reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind. Kokosöl sollte mit den Merkmalen bio, nativ und fair gehandelt ausgezeichnet sein. Warum nativ? Weil dieses Öl nicht raffiniert, nicht gebleicht, nicht gehärtet, nicht desodoriert und nicht erhitzt worden ist. Weitere Hinweise zu Kokosöl bzw. Kokosfett siehe unten.

 

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  Omega-3-Fettsäuren

LEINÖL ist mit ca. 50 bis 60 g Linolensäuregehalt pro 100 ml Öl der unerreichte Sieger unter allen pflanzlichen Ölen heimischen Ursprungs. Diese essenziellen Fettsäuren sind entzündungshemmend und weisen weitere wesentliche Vorteile auf. Auch HANFÖL schneidet hier relativ gut ab. Das oft empfohlene Rapskernöl enthält übrigens nur ca. 6-9 g ALA3), punktet aber mit anderen positiven Aspekten, wie z.B. einem beachtlichen Anteil an Ölsäure (Omega-9-Fettsäure).

 

Es kommt nicht allein darauf an, dass ein Pflanzenöl
prinzipiell Omega-3-Fettsäuren enthält.

Zum einen ist die Relation der aufgenommenen Omega-3- und Omega-6-FS bedeutend, und zum anderen kommt es darauf an, ob die Alpha-Linolensäure aus pflanzlichen Quellen im Organismus in nennenswerter Menge in DHA*1) und EPA*2) umgewandelt wird. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einfacher ist es, eine ausreichende Zufuhr von DHA und EPA aus anderen Quellen zu erreichen. Dazu zählen v. a. fetter Kaltwasserfisch (lt. DGE 1-2-mal pro Woche) oder Fischöl. Jedoch gibt es auch hier Wesentliches zu hinterfragen. In seinem ausführlichen Fachartikel Wie gesund sind Omega-3-Fettsäuren“ stellt Dr. Ludwig M. Jacob diverse Fakten und zu berücksichtigende Aspekte wie die „Janusköpfigkeit von Fischöl“ vor und beschreibt die gravierenden Probleme der Belastung mit Quecksilber und anderen Schadstoffen. Siehe "Bis zum letzten Fang" (arte) / Leere Meere, volle Teller (ZEIT) / DGE / WELT.de („Diesen Fisch sollten Sie besser nicht mehr essen“).
Einige Hersteller bieten neben reinem Leinöl Produkte an, die aus einer Mischung verschiedener Öle
bestehen und mit pflanzlichen DHA-Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgenöl angereichert sind.

 Nicht nur für Veganer geeignet:  DHA-EPA-Mikroalgenöl (ohne Fischöl).
Achten Sie auf Qualitätsunterschiede und weitere Inhaltsstoffe.

 

In der Gesamternährung gilt ein Verhältnis der Omega-6 zu Omega-3 von maximal 5:1 als wünschenswert. Experten aus den USA, Skandinavien und Japan empfehlen sogar 2:1, heißt es in einem Artikel des UGB („Mehr Omega-3-Fettsäuren ins Essen“). Tatsächlich liege die Mengenrelation in Deutschland bei der heute üblichen Ernährungsweise derzeit aber bei etwa 8 bis 15:1. Auch hier gilt es also, sich umfassend zu informieren und sich nicht von allgemeinen Werbeaussagen wie „enthält Omega-3-Fettsäuren“ beeindrucken zu lassen.

Zu Leinöl bemerkt die aus der Sendung Die Ernährungs-Docs (ARD) bekannte Internistin Dr. ANNE FLECK: Dieses empfindliche Öl ist ... nur gesund, wenn es unter Ausschluss von Licht, Hitze und Sauerstoff hergestellt wurde, sonst ist es ... Zündstoff für gefährliche Oxidationen im Körper.“ *
Diesem Anspruch genügen nur sehr wenige Leinöl-Hersteller, wie z. B. Dr. Budwig  (2014 Öko-Test 'Sehr gut') und RAPUNZEL lt. Firmenangaben. Wenn Sie für eine Internetrecherche den Suchbegriff Leinöl Omega Safe® oder OxyGuard eingeben, erfahren Sie mehr darüber. Außer bei den oben genannten Herstellern wird auch im Internet Leinöl in Bio- und Omega-Safe®-Qualität angeboten, z.B. Link. Hinweis dieses Anbieters:
Leinöl hat drei Feinde: Licht, Wärme und Sauerstoff. Aus diesem Grund gewinnen wir das Öl im Omega-Safe®-Verfahren ..., welches von uns entwickelt wurde, um bei der Pressung und der anschließenden Abfüllung die bestmögliche Qualität zu erhalten." 

 

Wie Licht, Luft und Wärme Öle zerstört

„Oft ist nicht bekannt, dass Licht, also der Einfluss von UV-Strahlen, auf die ungesättigten Fettsäuren verheerend ist. Jeder Lichtstrahl kann eine Kettenreaktion im Molekül auslösen, bei der Freie Radikale entstehen, die unseren Organismus schädigen können. Ist dann auch noch Luft, oder vielmehr der darin vorhandene Sauerstoff vorhanden, setzen Oxidationsprozesse ein, die das Öl in kürzester Zeit zerstören können. Je wärmer das Öl ist, umso schneller laufen diese zerstörerischen Reaktionen ab.“  (www.aromapflege.com, Evelyn Deutsch-Grasl) 

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*Quelle: „So essen Sie sich gesund“,
Dr. Anne Fleck, HA/Hamburg Magazin, 12.03.2016, S.5, und YouTube 

**K. von Koerber, Th. Männle, C. Leitzmann: Vollwert-Ernährung.
Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung  (Haug) 2006, S. 285

 

Begriffserläuterungen  

1) DHA = Docosahexaensäure/Linolensäure (wikipedia, Dt. ApothekerZeitung/DAZ) 
2)
EPA = Eicosapentaensäure/Linolensäure (wikipedia, Dt. ApothekerZeitung/DAZ) 
3)
ALA = alpha-Linolensäure (wikipedia, Fa. Dr. Johanna Budwig: „Alpha-Linolensäure sorgt für Elastizität der Zellmembran“)

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Anm.:  Rapskernöl enthält kaum Bitterstoffe, weil die schwarzen Schalen der Rapssaat vor der Pressung entfernt und ausschließlich die gelben Kerne verarbeitet werden.

 


Olivenöl 

Zu den empfehlenswerten Ölen zählt auch Olivenöl. Bevorzugen Sie das Qualitätsmerkmal nativ extra vergine. Vor allem aufgrund der reichlich vorhandenen Ölsäure (Omega-9-FS) nimmt es eine Sonderstellung ein, ähnlich wie Raps- und Rapskernöl. Bedauerlich, dass sich der Verbraucher bei Olivenöl auf das Siegel der zuständigen EU-Kommission "nativ extra vergine" oft nicht verlassen kann. Eine sehenswerte Information zu Olivenöl und dem leider oft nicht verlässlichen EU-Siegel "nativ extra vergine" finden Sie in der SWR-Mediathek: "Marktcheck deckt auf - Das Geschäft mit Olivenöl" (SWR, 25.7.2017) und auf YouTube.


Kokosöl - kritische Stimmen

Über Fragwürdige Studien zu Kokosöl informiert die Verbraucherzentrale Hamburg.
Aus dem Text: „Der Hype um Kokosöl dauert an. Doch ist das Öl wirklich besser als Butter, Margarine oder anderes Pflanzenöl? Eher nicht, ... (...) Die gern zitierten Studien sind aus unserer Sicht nicht geeignet, einen besonderen gesundheitlichen Nutzen von Kokosöl zu belegen. Gäbe es solche schlüssigen Beweise, hätten die Anbieter längst die Zulassung entsprechende Gesundheitsaussagen, sogenannter Health Claims, bei der EFSA durchgesetzt.“
(Nachzulesen:
Verbraucherzentrale Hamburg

 

In einem Vortrag über Kokosöl und andere Ernährungsirrtümer erklärte Prof. Dr. Dr. Karin Michels, Kokosöl sei „das reinste Gift“. Ihr Vortrag Von Kokosöl und anderen Ernährungsirrtümern, der noch Mitte 2018 auf YouTube zu sehen war, ist mittlerweile offenbar entfernt worden. Ein kurzer Ausschnitt ist derzeit (Dez. 2018) noch auf YouTube zu sehen. Dort sagt die Referentin: „Es gibt nicht eine einzige Studie am Menschen, die irgendeine positive Wirkung von Kokosöl zeigt“ (Link YouTube). Ein Statement von Prof. Michels, in welchem sie ihre Thesen genauer erläutert, ist auf der Webseite der Uni-Klinik Freiburg veröffentlicht.

 

In Kokosöl für die Gesundheit: Wissenschaftlich haltbare Nachweise sind Mangelware gibt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Sabine Schmidt zu bedenken:  „Kokosöl enthält zu einem hohen Prozentsatz Laurin-, Myristin- und Palmitinsäure, für die ein das LDL-Cholesterin erhöhender Effekt nachgewiesen ist. Im Gegensatz zu Oliven- und Rapsöl, denen eine große Anzahl an Studien gesundheitsfördernde Effekte (bei maßvollem Verzehr, denn auch sie bestehen vorwiegend aus energiereichem Fett) bescheinigen, gibt es bisher kaum wissenschaftlich haltbare Nachweise für die propagierten Gesundheitseffekte von Kokosöl.
(Ernährungs-Umschau 11.10.2016)

 

Und im Update zum Verzehr von Kokosöl: Studien zeigen erhöhte LDL-Konzentration im Blut Gesundheit heißt es: „In einem kürzlich herausgegebenen „Presidential Advisory“ zu Fetten in der Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfiehlt die American Heart Association (AHA) weiterhin, gesättigte Fettsäuren in der Ernährung zu reduzieren. Dazu zählt auch Kokosöl, das die Konzentration von Low Density Lipoprotein (LDL) im Serum erhöht - vergleichbar mit der Erhöhung durch tierische Fette."
(Dr. Sabine Schmidt, Ernährungs-Umschau 24.08.2017)  

 

In der biologisch-naturgemäßen Ernährung hat z.B. Plattenfett vor allem wegen der Raffination und Fetthärtung keinen Platz (vgl. oben: Raffinierte Öle). Für die Herstellung von Plattenfett wird das getrocknete Kokos-Fruchtfleisch „gepresst und/oder extrahiert, das gewonnene Öl anschließend raffiniert, gebleicht und desodoriert“

(„Lebensmitteltrends: Kokosöl, Dr. Sabine Schmidt, Ernährungs-Umschau 12.10.2016).

 

Anbau von Kokospalmen: Umweltverträglichkeit, Arbeitsbedingungen u.a.

Studierende aus dem Studiengang Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft an der FH Münster haben die Umweltverträglichkeit und Produktion von Kokosöl sowie die Arbeitsbedingungen auf den Philippinen untersucht. Bewertet wurden der Anbau, die Verarbeitung und der Transport bis zur Nutzung und Entsorgung.

Zum sozialen Bereich der Landarbeiter: „Ungenügender Arbeitsschutz, schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit seien in den Philippinen verbreitet. Das Nettoeinkommen im Kokospalmanbau beträgt lediglich die Hälfte von Mais, einem Fünftel von Reis und einem Sechstel von Zuckerrohr. ... Da Kokospalmplantagen selten intensiv genutzt und gedüngt werden, sei ihr Beitrag für die Umwelt eher positiv. Der Transport per Schiff führe wieder zu Emissionen, die die Gesamtbilanz verschlechterten.“

Kokosöl - am besten nativ und fair gehandelt", aid, 15.2.2017 Britta Klein/www.bzfe.de

 

Palmöl

Auf Palmöl mit den verheerenden Folgen des Anbaus der Plantagen können wir getrost verzichten.
Uns stehen genug Alternativen zur Verfügung. Warum wird in der Herstellung vieler Nahrungsmittel und Kosmetika bevorzugt Palmöl verwendet? Es sei sehr billig, und die Hersteller setzten auf die guten Schmelzeigenschaften, erklärt Heidrun Schubert von der VZ Bayern und fügt hinzu:
Neben dem Raubbau an der Natur sei Palmöl weniger gesund als andere Öle. 

(Quelle: „Klimakiller - Wie Sie Palmölprodukte meiden können“ www.welt.de / Doris Fiedler)


 

ÖLGEWINNUNG:  raffiniert oder kaltgepresst 

Der Qualitätsunterschied ist gewaltig! 

 

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Quellen und Literaturhinweise:  

Schädliche Transfette im Essen vermeiden, NDR Visite, 28.8.2018  

Welches Fett wofür? / Dipl. oec. troph. Andrea Barth (UGB-FORUM Spezial, Vollwert-Ernährung 2008, S.27-28)

Mehr Omega-3-Fettsäuren ins Essen / Dipl. oec. troph. Ulrike Becker (UGBforum 4/15, S. 189-192) 

Bratöle - Vorsicht: heiß und fettig / Dipl. oec. troph. Nadine Lämmerhirt (UGB-Forum 4/01, S. 193-194)

Vollwert-Ernährung. Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung / K. von Koerber, Th. Männle, C. Leitzmann (Haug)

Kokosöl und was davon zu halten ist, Verbraucherzentrale Hamburg (Internet 7.9.2016) 

Kokosöl für die Gesundheit: Wissenschaftlich haltbare Nachweise sind Mangelware / Dr. Sabine Schmidt (Ernährungs-Umschau Online plus, 11.10.2016) 

Lebensmitteltrends: Kokosöl“ / Dr. Sabine Schmidt, Ernährungs-Umschau 12.10.2016

Vitaquell - Infomaterial Downloads (Nachdruckgenehmigung liegt vor)

 

 

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Bildnachweis  
Foto 1:  Ilona M. Schütt, Hamburg
Foto 2:  pixabay.com free